Dienstag, 16. Mai 2017

Sylvia Rieß

Sylvias Seite

Hallo Sylvia, erstmal Herzlich Willkommen und Danke das du dich meinen Fragen stellst =)

Möchtest Du Dich uns bitte kurz vorstellen?

Hi. Hm . … Vorstellen? Puh, was soll ich denn da sagen? Ich bin die verrückte Tierärztin mit dem Fantasytick, die in ihrer Freizeit nichts Besseres zu tun hat, als Bücher zu schreiben. Oder ich bin das 31-jährige Pferdemädchen, das noch immer vom schwarzen Gürtel in Taekwon Do träumt und auf der Dachterrasse Kräuter, Erdbeeren und Bonsai züchtet. Oder ich bin die Weltenbummlerin, die ab und zu mal die Koffer packen und ganz weit weg reisen muss, um Affenbabys zu betüddeln oder Schafe zu hüten.
Vermutlich bin ich eine Mischung aus all dem und noch viel mehr. Ich habe mehr Interessen, als bei meinem Job gut für mein Schlafbedürfnis ist, aber glücklicherweise habe ich auch den besten und verständnisvollsten Ehemann der Welt, der mich in all meinen Träumen und Spinnereien unterstützt und sich oft genug anstecken lässt. 

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Ich bin nicht zum Schreiben gekommen. Es war schon immer ein Teil von mir. Und damit meine ich wirklich schon immer. Seit ich mit vier Jahren Lesen und Schreiben lernte, habe ich mir eigene Geschichten ausgedacht und sie aufgeschrieben und Bilder dazu gemalt. 

Welche Bücher sind von dir bisher erschienen? Beschreibe sie uns kurz.

Bisher erschienen ist meine persönlich liebste Geschichte, mein Opus magnus, die mich auch immer am Schreiben gehalten hat: „Der Stern von Erui“ in den drei Bänden Heimkehr, Schattenkriege und Sternenstaub. Es ist eine ganz große Heldenreise mit epischen Schlachten um fremde Welten, mit Rittern und Drachen und Königen und einer tapferen Prinzessin, die keinen Mann braucht, um sich retten zu lassen. Und so banal das alles klingt, geht es im Stern gleichzeitig noch um so viel mehr. Darum ist es auch ein Buch, auf das man sich einlassen muss. Nichts für mal kurz in der Mittagspause oder so. 

Ganz im Gegensatz zu meinem kürzlich erst erschienen „Axolotlkönig“. Dieses Buch hat ja den Auftakt der neuen Märchenreihe ‚Die Märchenspinnerei‘ gegeben, in der wir Autorinnen die altbekannten Märchen mal ganz anders erzählen wollten. Jeden Monat kommt dort jetzt also ein neuer Band. Mal länger, mal kürzer. Immer ungewöhnlich und man kann die Bücher einfach mal weg lesen, oder aber auch noch lange drüber nachdenken. 

Woran arbeitest du gerade?

Gerade im Moment zieht es mich an zwei Orte: Einmal zurück nach Erui. Denn jetzt, wo das Sternenlied zu Ende gesungen ist, gibt es noch so viel mehr Geschichten zu erzählen. Wie alles dazu kam, dass die Welten vor dem Abgrund stehen. Woher die alten Legenden kommen, was in den vergangenen Zeitaltern geschah und auch, wie manche meiner Schlüsselfiguren aus dem Stern wurde, was sie wurde.  Eruis ganze Geschichte ist in mir und will erzählt werden. Was mindestens weitere 4 Bücher ergibt. 
Aber gleichzeitig brauch ich auch zwischendurch mal was Lockeres und Spaßiges und dafür schreibe ich mich in die sieben Königreich, wo ich Voodoozwergin Zitara, Meisterstümper Maljosh und Hamster Ambros durch tiefe Verließe und Drachenhorte schicke. Funtasy im Stil von Prtchett war früher nie meins, aber seit ich diese Bande kenne, liebe ich es einfach, mal durchgeknallte Geschichten zu schreiben. Natürlich aber nicht ohne ein ironisches Augenzwinkern in unsere eigene Welt. ;) 

Wo schreibst Du am liebsten und wie können wir uns Dich dabei vorstellen?

Zuhause im Bett oder auf der Couch. Laptop auf den Knien, eine Katzen links, eine Katze rechts und draußen Regen. … Herrlich! :) 

Wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?

Nach außen wie ein Profi ;). Also klar, man will ja natürlich immer, dass alles, was man schreibt, jedem gefällt. Dass das nicht passieren wird, ist auch klar und dann muss man damit umgehen. Dennoch bin ich bisher, was Erui angeht, vor schlimmeren Kritiken verschont geblieben. Wie ich dann damit umgehe, wenn es einer mal zerreißt, das werde ich euch dann sagen können, wenn es mich getroffen hat. ;) 

Aber prinzipiell hoffe ich, dass ich über die Jahre gelernt habe, wo ich mit meiner Schreiberei stehe. Ich weiß, was ich von meinen Büchern möchte, wen ich erreichen will und kann und wen nicht. Und letzten Endes weiß ich auch, dass man es eh nie allen recht machen kann. :) 

Du bist ja als Indie-Autorin tätig, also ohne Verlag – wie kam es dazu? Hast Du Dich bewusst gegen die Arbeit mit den Verlagen entschieden?

Ja. Ich habe mein allererstes Buch über einen Verlag veröffentlicht. Da war ich grade 14. Ich habe dermaßen schlechte Erfahrungen gemacht, dass es mich davor bewahrt hat, den einen oder anderen Vertrag für den Stern zu unterschreiben und im Nachhinein bin ich froh darum. Also auch an meine unerfahreneren Kollegen da draußen: NEIN, nur weil man Newcomer ist, muss man nicht jeden Knebelvertrag unterzeichnen, und prinzipiell sind Verträge verhandelbar. Also wenn euch ein Verlag mal mit so Totschlagargumenten kommt, nehmt euer Manuskript und geht. 

Wie ist dir die Idee zu „Der Axolotlkönig“ gekommen?

Die kam echt so angeflogen. Ich habe das Bild ‚Mädchen mit Axolotl‘ von Dorothee Rund betrachtet (zum hundersten Mal oder so) und dann sprang so der Gedanke durch meinen Kopf … was wäre wenn da so ein arroganter Millionärssohn sich in einen Lurch verwandeln würde … auf dem Schulklo … aus heiterem Himmel? 
Tja, sorry Fynn. ;)  

Wie lange hast Du an diesem Buch geschrieben? 

Begonnen habe ich im September 2015 und fertig war ich dann im November 2016. Aber reine Schreibzeit vielleicht 6 Wochen. 

Wird es noch weitere Bände geben?

Von mir in der Märchenspinnerei? Oh, da muss ich mich leider in Schweigen hüllen. ;) Offiziell wird es 12 Bücher von 12 Autorinnen geben. :) 

Wer darf Deine Bücher als Erstes lesen? Familie, Freunde oder vielleicht auch Fremde?

Familie und Freunde sind oft ne ganz schlechte Adresse. Mein Papa liest Fantasy eh nicht. Meine Mama will sie immer erst wenn sie ‚ganz fertig‘ sind. 
Ich habe ein paar tolle Kollegen und ein paar eingefleischte Testleser, die für die Rohversionen herhalten und immer ganz fleißig zerpflücken dürfen. Und ja, wer total Interesse an meinen Sachen hat, der kann auch gerne mal anfragen. - Wer weiß … ;)

Da es ja eine Märchenadaption ist, was genau fasziniert dich so an Märchen?
Märchen sind eine wundervolle Mischung aus fantastischer Realitätsflucht und einem Körnchen Eigenreflektion. Sie entführen genauso wie sie gleichzeitig etwas über uns und unsere Welt lehren wollen. 

Wie sieht Dein ganz normaler Alltag aus?

Stressig. Also mal so ein typischer Wochentag ( Samstag inklusive): 6 Uhr Aufstehen, ein bisschen Haushalt - oder Schreiben -, dann zur Arbeit. Je nachdem, was alles ansteht, kann auch schon mal die Mittagspause wegfallen und es geht abends sehr lang. Als Tierarzt kennt man keinen geregelten Tag. Wenn ich zu einer Mittagspause komme, hab ich natürlich zu Hause viel zu tun - oder schreibe. Vormittags irgendwann müssen auch noch meine Pferde zwischen all den Terminen rausgebracht werden und abends wollen sie rein, wollen Futter und Ställe müssen gemistet werden. Habe ich Glück, finde ich Zeit zum Reiten. Manchmal falle ich dann einfach anschließend müde ins Bett … oder ich schreibe. 

Welche Hobbies außer dem Schreiben hast du noch?

Naja, meine Pferde eben, einen (sehr vernachlässigten) Garten. Ich habe mal regelmäßig Taekwon Do gemacht. Ich schwimme und male, wenn mir danach ist. Ich treffe mich mit meinen Freunden auch gern mal zu einer Runde Pen and Paper oder zum PC-Zocken, oder zu Brettspielen … Ich sagte ja schon, ich habe zu viele Interessen für meine wenige Freizeit. 

Hast du ein Lieblingsbuch?

Es gibt unendlich viele tolle Bücher und da eines über alle anderen zu stellen, ist schwer. Aber das, welches mich am meisten beeinflusst, berührt und geprägt hat, war gewiss „Die Nebel von Avalon“.

Wo würdest du gerne mal hinreisen?

China, der Himalaya, die USA, Sibirien, Tokyo, Indien, Südamerika, Canada, Israel, Die Mongolei … naja halt überall mal hin. ;) 

Hast Du ein Lebensmotto?

Ich habe in der Vergangenheit viele Sprüche und Weisheiten wiedergegeben, mit denen ich mich identifizieren konnte. Heute aber mag ich gerne etwas zitieren, das von mir selbst stammt und das ich nach all meiner Arbeit mit Menschen immer noch für wahr halte: 
„Gib die Menschen nicht auf. Die Träume in ihren Herzen können so mächtig sein. Sie müssen es nur erst begreifen.“

Auf welchen Events kann man dich dieses Jahr (2017) antreffen?

Auf der RatCon in Limburg, der BuchCon in Dreieich und auf der Buch Berlin. Ansonsten nimmt mich mein Hauptberuf zu sehr in Anspruch, als dass ich ständig auf irgendwelche Bücherevents gehen könnte. :) 

Möchtest Du Deinen und meinen Lesern noch etwas mitteilen?

Meine Leser wissen schon alles, was ich ihnen sagen will, wenn sie das Sternenlied zu Ende gelesen haben :). 
Ansonsten kann ich nur jedem raten: Bleibe neugierig, bleibe offen für Fremdes und sei dir nie zu fein, deine Ansichten noch mal zu überdenken. Aber bleibe dir selbst dennoch treu bei allem, was du tust.  

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